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Was bedeutet „rückfettend“ bei Cremes?

Bei vielen Hautpflegeprodukten stoßen Verbraucher auf den Begriff „rückfettend“. Was hat es damit auf sich? Eine Hautärztin klärt auf

von Dagmar Fritz, aktualisiert am 18.05.2017

Sensible Hülle: Die Haut braucht Pflege – aber die passende

Jump Fotoagentur/Kristiane Vey

"Rückfettend" – was sich anhört wie eine Marketing-Floskel, ist ein Fachbegriff aus der Dermatologie. Die Hautärztin Dr. Irina Paukstat aus Schwerin erklärt, was die Bezeichnung bedeutet und was Sie bei der Anwendung von hautpflegenden Produkten beachten sollten.

Frau Paukstat, was bedeutet "rückfettend" bei Pflegeprodukten?

Die Haut ist unser größtes Organ und schützt unseren Körper vor äußeren Einflüssen. Die Talgproduktion der Haut und die Anordnung der Hornschuppen verhindern, dass Schadstoffe und Keime in den Körper eindringen können.

Durch häufiges Waschen oder regelmäßiges Desinfizieren der Hände, kann die natürliche Schutzschicht der Haut leiden. Besonders Seifen verändern den natürlichen pH-Gehalt der Haut. Die Hornschicht wird brüchig, trockene Stellen treten auf und es kann zu Entzündungen kommen.

Rückfettende Produkte unterstützen die Haut dabei, ihren natürlichen Fettfilm zu bewahren und ihn wieder aufzubauen, damit die Haut ihre Schutzfunktion erfüllen kann.


Unsere Expertin: Dr. Irina Paukstat, Hautärztin aus Schwerin

W&B/Privat

Sind alle Cremes rückfettend?

Nein. Grundsätzlich muss man zwischen Cremes und Salben unterscheiden. Cremes sind ein Öl-in-Wasser-Gemisch und enthalten einen hohen Anteil an Wasser. Körperlotion und Bodymilch gehören dazu. Sie ziehen gut ein und hinterlassen ein angenehm kühles Gefühl auf der Haut, wirken jedoch nur geringfügig rückfettend. Zur Pflege von normaler Haut reicht das häufig aus. Verwendet man die wasserhaltigen Lotionen aber über einen längeren Zeitraum, kann die Haut austrocknen.

Salben sind ein Wasser-in-Öl-Gemisch und haben einen höheren Fettgehalt. Sie ziehen nicht so gut ein und hinterlassen einen stärkeren Film auf der Haut. Pflegeprodukte, die auf einer Fettbasis hergestellt sind, wirken stark rückfettend. Sie sind geeignet für besonders trockene Hautstellen. Weil sie langsam einziehen, kann man sie auch abends auftragen und über Nacht einwirken lassen. Bei Pflegeprodukten spielt aber auch die Verbesserung der Hautfeuchtigkeit eine Rolle, deshalb enthalten sie oft Zusatzstoffe wie Glyzerin und Harnstoff. 

Wie bemerkt man, ob die Haut rückfettende Pflege benötigt?

Rückfettende Produkte sollten nur auf trockener Haut angewendet werden. Nicht aber auf fettiger Haut, weil es dadurch zu einem Okklusionseffekt kommen kann. Dabei werden die Poren durch die fettige Substanz verschlossen und die Hornschicht der Haut quillt auf. Das macht die Haut anfälliger für das Eindringen von Schadstoffen.

Trockene Haut juckt, ist häufig leicht schuppig und Rötungen treten auf. Diabetiker und Menschen mit Neurodermitis neigen meist zu sehr trockener Haut. Durch die hormonelle Umstellung bekommen Frauen mit den Wechseljahren oft trockene Haut. Bei Männern ist es im Alter ähnlich, jedoch hat männliche Haut eine dickere Hornschicht und ist deshalb robuster.

Was sollte man bei der Pflege beachten?

Bei trockener Haut ist es am besten, sich mindestens einmal täglich, am besten nach dem Duschen, mit einer rückfettenden Pflege einzucremen. Dabei gilt: Duschen ist besser als baden. Vollbäder sind Stress für die Haut. Darum empfehle ich bei trockener Haut höchstens einmal die Woche in die Badewanne zu gehen, denn ein Vollbad führt ebenfalls dazu, das die Haut austrocknet.

Weil die meisten Männer sich nicht gerne eincremen, können sie auch ein ölhaltiges Duschgel verwenden, denn das hinterlässt einen pflegenden Film auf der Haut. Mit reinem Pflegeöl sollte man sich jedoch nicht über längere Zeit einreiben. Reines Öl bildet einen Film auf der Haut, der verhindert, dass die Haut Wasser aufnimmt. Auf Dauer trocknet das Öl die Haut dann zu sehr aus. Außerdem drosselt sie die eigene Talgproduktion und entwickelt kaum noch Pflegestoffe, was langfristig zu noch trockenerer Haut führt.


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Bildnachweis: W&B/Stocksy, plainpicture/C&P, Jump Fotoagentur/Kristiane Vey, W&B/Privat

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